Gender Equality in El Salvador

Nora Vargas erzählt etwas über ihre persönlichen Ideen zum Thema Geschlechtergleichheit in El Salvador für das Projekt CHAT der WELTEN. Was bedeutet Geschlechtergleichheit und wieso ist es ein wichtiges Thema? In El Salvador gibt es unterschiedliche feministische Bewegungen, die für Gendergerechtigkeit kämpfen, das Thema steht in El Salvador auch stark mit dem Schutz der Natur im Zusammenhang. In der Politik und im Bildungssystem könnten Frauen noch besser repräsentiert sein.
Das Video ist auf spanisch und kann automatisch mit Untertiteln versehen und übersetzt werden über Youtube.

Mehr Informationen zum CHAT der WELTEN hier.

Proteste gegen Studiengebühren in Südafrika – Siphila Dlamini, Aktivist aus Südafrika

Siphila Dlamini ist ein prominenter südafrikanischer Aktivist, der für seine einflussreiche Rolle in der Bewegung „Fees Must Fall“ bekannt ist. Im Video redet er über die Proteste und seine Motivation von damals. Als ehemaliger stellvertretender Landesvorsitzender des Congress of South African Students (COSAS) in Mpumalanga spielte er eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung von Oberschülern während des Höhepunkts der Bewegung 2015/16. Dlaminis Engagement ging über die Mobilisierung hinaus, denn er leistete einen strategischen Beitrag zum Sammeln von Informationen und zur Spionageabwehr, um die Effektivität der Bewegung zu gewährleisten. Gegenwärtig ist er Vorsitzender der United Nations Association of South Africa in the Free State und hat auch Positionen im SADC Youth Forum und in der Afrikanischen Union inne. Dlamini ist Befürworter einer freien, entkolonialisierten Bildung in Südafrika und setzt sich aktiv für die Förderung einer integrativen und gerechten Gesellschaft ein.

Ein ergänzender Bericht der Deutschen Welle über die Proteste hier (05.10.2016).

Unruhen im Senegal vor den Präsidentschaftswahlen

Herr Diouf, Deutschlehrer am Gymnasium Coumba Diack Guèye in Khombole, Senegal berichtet über die Unruhen im Senegal.

„Senegal ist ein Land in Westafrika. Es wurde immer als ein friedliches Land bezeichnet im Gegensatz zu vielen Lӓndern Afrikas. Seit seiner Unabhӓngigkeit im Jahre 1960 gab es den Frieden in Senegal. Deshalb wurden alle vier Prӓsidenten legal gewӓhlt : Léopold Sédar Senghor (von 1960 bis 1981), Abdou Diouf (von 1981 bis 2000), Abdoulaye Wade (von 2000 bis 2012), Macky Sall (von 2012 bis heute).

Mit der Prӓsidentschaft von Macky Sall werden immer noch Politiker, Journalisten …. verhaftet. Der vorherrschende und berühmte Politiker ist Ousmane Sonko. Manche denken, Macky Sall wolle Ousmane Sonko von der Prӓsidentschaftswahlen vom Jahr 2024 ausschließen. Deshalb gibt es Komplotts gegen den Opposanten Sonko. Es hieß, er habe das Mӓdchen A. S. vergewaltigt, das in einem Massagesalon arbeitete. In diesem Massagesalon habe er A. S. mehrmals vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht.

Dies soll im Jahr 2021 stattgefunden haben. Seitdem sollte Sonko vor dem Gericht verurteilt werden. Schon am 3. Mӓrz 2021 gab es Proteste gegen dieses Urteil und 14 Personen wurden getӧtet. Zwei Jahre spӓter wollte die Regierung endlich das Verfahren beenden.  Ousmane sollte am 23. Mai vor Gericht gehen, aber er lehnte es ab. Trotzdem wird er verurteilt, wӓhrend er sich in Ziguinchor aufhält (er ist auch der Bürgermeister von Ziguinchor). In Ziguinchor protestierten schon die Leute dort, denn die FDS (Forces de défense et de sécurité꞊ Verteidigungs- und Sicherheitskrӓfte) wollten Sonkos Haus verbarrikadieren. Nach der Verhandlung am 23. Mai sollte der endgültige Urteilsspruch am 1. Juni bekannt gemacht werden. Inzwischen hatte der Opposant eine Karawane des Frieden von Ziguinchor nach Dakar organisieren wollen. So hatte er Ziguinchor am 26. Mai verlassen, um durch verschiedene Orte Senegals nach Dakar zu fahren. Aber am 28. Mai wurde er von den FDS unmittelbar nach Dakar gefahren. Dann haben sie seinen Aufenthaltsort in Dakar wieder verbarrikadiert.

Da die Lage komplizierter geworden ist, appellieren die Anhӓnger von Sonko an Protesten im ganzen Senegal vor allem in Dakar. Die Proteste begannen am 1. Juni. An diesem Tag gab es bereits Tote in Ziguinchor und in Dakar. In 3 Tagen gab es 17 Tote. Die Regierung hatte auch das Internet blockiert, weil Bilder und Videos der Demonstrationen auf den sozialen Netzwerken gepostet wurden. Die Regierung meint, das war eine Gewaltverherrlichung. Deshalb habe die Regierung etwas über 600 Personen verhaftet darunter Politiker, Journalisten, Lehrer, Studenten, Schüler.

Schließlich wird Ousmane Sonko für 2 Jahre Gefӓngnis und 200 Millionen Bußgeld wegen  « Anstiftung zur Unzucht von Jugendlichen » verurteilt. Und das bedeutet, das er nicht an den kommenden Prӓsidentschaftswahlen teilnehmen kann.“

Herr Diouf, Deutschlehrer am Gymnasium Coumba Diack Guèye in Khombole, Senegal

Mehr Infos dazu hier: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/senegal-proteste-100.html

Kinoabend und Diskussion „Bigger than us“ mit Stimmen von jungen Menschen im Einsatz für eine bessere Zukunft

Am 25. bis 27. Mai, jeweils um 20 Uhr, zeigt das NES e. V. in Kooperation mit dem Kino 8 1/2 und Greenpeace Saar den Film „Bigger Than Us“. Am Donnerstag, 25.5. folgt eine Diskussion mit Protagonisten des Films.

Im Film zeigt Reggiseurin Flore Vasseur die Geschichte von Melati gegen die Plastikverschmutzung ihrer Heimat Indonesien und verzeichnete mit der Initiative „Bye Bye Plastic Bags“ bereits große Erfolge. Doch die 18-Jährige ist noch lange nicht fertig. Auf der Suche nach Inspiration und Gleichgesinnten reist Melati um die Welt und wird dabei von einem Dokumentarfilmteam begleitet. Auf ihrer Reise lernt die Aktivistin sechs junge Menschen kennen, die ihre Vision teilen. Die junge Memory in Malawi, die Engländerin Mary auf der Insel Lesbos, Xiutezcatl in Colorado, René in einer Favela in Rio de Janeiro, Winnie in Uganda und Mohamad an der libanesisch-syrischen Grenze. Sie alle haben, ähnlich wie Melati, bereits große Veränderungen bewirkt und lassen die Zuschauer*innen an ihren Einsätzen und ihrem Engagement teilhaben. Sie kämpfen vor Ort für Menschenrechte, für Meinungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit und den Zugang zu Bildung oder Nahrung und gegen die drohende Klimakatastrophe. Vereint in ihrem geteilten Humanismus und der Hoffnung, etwas verändern zu können, setzen sich diese jungen Leute Tag für Tag für ihre Werte ein. In ihrer Gewissheit, Teil von etwas zu sein, das größer ist als sie selbst, stehen sie in ihrem Kampf nicht alleine da. (Kino.de)

Karten über das Kino 8 1/2 hier.

Der offizielle Trailer stellt die jungen Aktivist*innen vor:

Wer versteht nur Spanisch…? – Nicaragua goes Saarland

Heute spricht Enrique Picado Álvarez aus Managua, Nicaragua in spanischer Sprache zu uns. Ganz ohne Übersetzung. Perfekt für die Winterzeit, wo es viel Zeit gibt die Spanisch ganz neu oder wieder zu entdecken. So unsere Idee in der Redaktion. 🙂 Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit sich der Untertitel in Spanischer oder Deutscher Sprache zu bedienen. Wie das funktioniert wird hier ausführlich beschrieben. (Haben Sie dazu Fragen? Wir freuen uns über Ihre Nachricht. )

Enrique Picado Álvarez ist Mitbegründer des Movimiento Comunal Nicaragüense (MCN – Nicaraguanische Kommunalbewegung) und war seit den 80er Jahren schon mehrmals in Europa. Er war über zwei Perioden Präsident der Organisation und ist heute noch Mitglied des Vorstandsgremiums (Junta Directiva Nacional). In diesem Zusammenhang koordiniert er das Programm der kommunitären Gesundheit.

Das MCN Arbeitet mit der Bevölkerung auf dem Land und in den Städten um diesen die aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen mit dem Ziel, soziale, wirtschaftliche und Umweltrechte zu erlangen. Dazu gehören das Recht auf Gesundheit, Bildung und Nahrungsmittel. Das MCN kämpft für den Erhalt der natürlichen Ressourcen wie z.B. Wasser sowie gegen den Klimawandel.

Mehr zum MCN: https://www.mcnicaraguense.org/. Der Kontakt zum MCN wurde uns durch das Öko Büro in München vermittelt. Vielen Dank dafür an Samuel Weber!.

Enrique war im Oktober 2022 bei der Diskussion „Wenn das Leben immer teurer wird“ zu Preissteigerungen und Lebenshaltungskosten in Lateinamerika und dem Saarland im Filmhaus Saarbrücken mit einem Impulsvortrag und auf dem Podium. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier in unserem Blog.

Neue Perspektiven im schönen Saarland! :)

Hallo und Bonjour! Wir sind Assubel aus Kamerun und Manuela aus Saarbrücken. Seit Anfang Dezember arbeiten wir zusammen an einem Projekt beim Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Erklärvideos zum deutschen Kolonialismus zu erstellen, welche als Zielgruppe Schüler*innen aus dem Saarland und dem globalen Süden haben. Doch wie kamen wir dazu?

Assubel und ich nehmen an einem Bildungsprogramm teil. Dieses heißt kulturweit-Tandem und wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Es ist Teil des Maßnahmenkataloges der Bundesregierung gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Es setzen sich jeweils zwei Teilnehmer*innen aus einem afrikanischen Land und Deutschland mit der Geschichte des Kolonialismus und seinen Auswirkungen auf die Gegenwart auseinander. Zusammen entwickeln sie Projekte gegen Rassismus, die in Theatern, Museen und Schulen, bei Vereinen, Initiativen oder in Betrieben in Deutschland umgesetzt werden.

Das kulturweit-Programm besteht aus einem zweimonatigen, alltagsbegleitenden Sprachkurs, einem dreiwöchigen Seminar in Nairobi, Kenia und einer dreimonatigen Projektphase in Deutschland.

Assubel lernt Deutsch und ich versuche mich an Französisch. Die Sprachkurse haben wir schon abgeschlossen und nun versuchen wir im Tandem uns auf beiden Sprachen zu unterhalten. Unsere Zeit in Kenia haben wir auch schon hinter uns. Wir hatten viele Seminare und Workshops rund um das Thema Kolonialismus, spannende Diskussionen und Vorträge. Insgesamt war die Zeit in Nairobi eine super Erfahrung, bei der wir auch die anderen Tandems, die nun in ganz Deutschland verteilt sind, kennengelernt haben. Durch den Austausch haben wir uns ein Grundwissen angeeignet, das wir nun ausbauen und in der Projektphase in Deutschland anwenden. Wir wollen mit unseren Erklärvideos auf den deutschen Kolonialismus aufmerksam machen und vor allem aufzeigen, welche kolonialen Kontinuitäten noch heute im globalen Norden und insbesondere im globalen Süden bestehen. Damit würden wir Schüler*innen gerne zum Nachdenken und Handeln bewegen und uns so für eine Welt ohne Diskriminierung engagieren.

Wenn Du dich auch für das Bildungsprogramm interessierst, gibt es hier alle Informationen rund um das Programm und die Bewerbung: https://www.kulturweit.de/tandem

Beim NES e.V. wird das kulturweit-Tandem von CHAT der WELTEN im Saarland betreut.

Folgen des Klimawandels für die kenianische Bevölkerung: Prof. Dr. Titus Ogalo Pacho (Christian Universität in Kenia)

Zusammenfassung des Videos:

Prof. Dr. Titus Ofalo Pacho berichtet über die Folgen des Klimawandels. Für ihn ist die globale Erhitzung eine der größten Herausforderungen der Menschheit in diesem Jahrhundert. Nordkenia sei dieser am Meisten ausgesetzt.

Als Folgen nennt er unter anderem die extreme Dürre und den daraus resultierenden Nahrungsmangel, hungernde Menschen, bis hin zum Tod durch Nahrungsmangel. Auch das Vieh sei gestorben aufgrund der Dürre und andere Lebewesen, die unter der Dürre leiden. In den Nachrichten wurde zum Beispiel berichtet, dass in den letzten zehn Monaten 205 Elefanten gestorben seien aufgrund der Dürre.

Die Mangelernährung führe auch zu Krankheiten, insbesondere bei Kindern. Außerdem kommt es zu gefährlichen Situationen für vor allem Frauen und Kinder, die weite Distanzen zurücklegen müssen, um Wasser zu finden. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen haben viele Menschen ihr Zuhause verlassen. Eine weitere Konsequenz des Nahrungsmangels ist ein Ausfall des Schulunterrichts und Heirat in jüngerem Alter um Nahrungssicherheit herzustellen. Durch den Mangel an Nahrungsmittels wird auch er Tourismus eingeschränkt, der weniger attraktiv ist.

Prof. Dr. Pacho fordert einen Wandel des Lebensstils, Umstieg auf erneuerbare Energien und Aufforstung. Als positives Beispiel nennt er das von ihm zuletzt besuchte Land, Finnland, welches zu 75 % aus Wald besteht. Insbesondere im Bereich der Solarenergie sieht er große Chancen, um den CO2-Ausstoß und Folgen des Klimawandels zu mindern.

Wenn das Leben teurer wird – Diskussionsveranstaltung mit Gästen aus El Salvador und Nicaragua am 10. Oktober 2022

Rosa Isabas Galeano und Enrique Picado Álvarez sind Aktivist*innen aus El Salvador und Nicaragua. Im Oktober sind sie zwei Wochen durch Deutschland gereist, um über die Preissteigerungen und die daraus entstehenden Herausforderungen in Zentralamerika zu informieren.

Nicht nur im Saarland, in Deutschland und Europa, sondern überall auf der Welt sind Menschen mit den steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert. Was das für uns hier im Saarland bedeutet und im Vergleich für Menschen aus Ländern in Zentralamerika, wurde am 10. Oktober in einer Diskussion mit Gästen aus Nicaragua, El Salvador und dem Saarland im Saarbrücker Filmhaus zum Thema gemacht. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e. V. in Kooperation mit der Saarländischen Armutskonferenz, der Arbeitskammer des Saarlandes und dem Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit e. V..

Zunächst berichtete Rosa Isabas Galeano aus El Salvador (RACDES) über Missstände in ihrem Land: Die Regierung habe 2021 ein neues Wassergesetz zugunsten der großen Plantagen verabschiedet, welches für die allgemeine Bevölkerung keine Vorteile bot (mehr zum Gesetz hier). Außerdem finden junge Menschen nach dem Uni-Abschluss keinen Job und emigrieren nach Amerika. Viele würden auf dem Weg durch Mexiko sogar sterben. Ein weiteres Problem sei die Diskriminierung der Frauen über 50 Jahren. Sie fänden keinen Job und verkaufen oft Dinge auf der Straße wie z. B. Wasser oder Süßigkeiten.

Enrique Picado Álvares aus Nicaragua (MCN) bedauert, an diesem Tag über Armut referieren zu müssen und nicht über Reichtum. Wie ist es zu dieser Armut in Nicaragua gekommen? Migration sei auch hier ein Ergebnis dieser Armut. Alle Menschen der Organisation Movimiento Comunal Nicaragüense von Picado sind freiwillige Mitarbeiter aus der Gemeinde. Sie arbeiten auf verschiedenen Gebieten, zum Beispiel zu Klima und Gesundheit. Sie arbeiten in verschiedenen Netzen für das Wohlergehen und Menschenrechte auf dem Land und in Städten. Nicaragua kämpfe zwischen Armut und Reichtum. Die makroökonomische Situation sei zwar stabil, aber was die einzelnen Menschen in der Tasche haben – da sehe es düster aus. Das makroökonomische Niveau habe mit den Menschen auf der Straße nichts zu tun.

Was Rosa Isabas Galeano berichtet hat, gelte auch für Nicaragua, aber auch für Costa Rica. Es gäbe Familien, die können nicht alle Kinder in die Schule schicken, weil sie kein Geld dafür haben. Luxus wie Ausgehen oder Essen gehen, können sie sich sowieso nicht leisten. Viele sind gezwungen, auszuwandern. Man könnte trotzdem über Programme sprechen, die sich positiv entwickelt haben. Das Gesundheitswesen habe sich zum Beispiel verbessert. Wir haben eine gute Infrastruktur, wir haben gute Schulen, universelle soziale Programme:

„Einer Frau wird zum Beispiel eine Kuh, Schwein oder Henne gegeben, um eine Grundlage aufzubauen.“

Eine große Ungleichheit entstehe auch dadurch, dass circa 30 % der Schwangerschaften, Mädchen unter 18 Jahren treffe. Sie können dann nicht zur Schule gehen und ihren Träumen nachgehen.

Das kapitalistische System unseres Landes bringt uns bei, dass die Armen Schuld sind, dass sie arm sind.

Weitere Probleme seien hohe Lebenshaltungskosten für Klamotten, Schule oder Studium. Große Unternehmer sind nicht an Sozialem interessiert. Die Allerschwächsten / Frauen sind im Griff des Marktes und es gibt keinen Schutzmechanismus. Es sind natürlich auch die lokalen Märkte, die Schuld sind, die wiederum von den großen internationalen Unternehmen abhängen, welche die Umwelt zerstören und z. B. Wasser verschmutzen. Ein weiteres Beispiel sind die Pharmaunternehmen und die Abhängigkeit von teuren Medikamenten. Wir haben viele Motive, uns einzusetzen / zu kämpfen. Die Herausforderung sei der Umweltschutz, Schutz der Wälder, der Tierwelt und Gewässer. Ein Hurrikan habe gerade El Salvador verlassen, erzählt Picado, jetzt gehe er in Richtung Guatemala, die Häuser böten nicht den notwendigen Schutz.

„Gemeinsame Ziele, wofür wir kämpfen sollten, ist der Schutz unserer Menschenrechte. Das betrifft Menschen in Deutschland, sowie in Nicaragua und El Salvador“

Mit dem Vortrag von Michael Leinenbach (Vorsitzender der saarländischen Armutskonferenz) wird klar, dass es auch in Deutschland große Missstände gibt, die durch steigende Lebenshaltungskosten verstärkt werden. Anhand von Einzelschicksalen verdeutlicht er, wie Menschen aus unserem System fallen.

Nach dem Vortrag blieb Zeit für Fragen und eine Diskussion über Handlungsoptionen in den verschiedenen Ländern.

Weltweite Gesundheit in der Krise – Folgen der Pandemie im Globalen Süden und Europa

Rückblick zur Veranstaltung im Rahmen der EPOBITs 2022 mit Südgästen vom 6. Juli im Theaterschiff Maria-Helena.

Im Rahmen der Entwicklungspolitischen Bildungstage im Saarland 2022 waren nach dem Vortrag von Claudie Jenkes über die Folgen der Pandemie auf das Gesundheitssystem unterschiedlicher Länder, Gäste aus dem Globalen Süden: U. a. Lama Samten aus Ladakh im Himalaya und Laura Vásquez aus Marcala, Honduras. Wie sie die Folgen der Pandemie auf das Gesundheitssystem erleben, davon konnten sich die Besucher*innen an diesem Abend ein Bild verschaffen.

Lama Samten aus Ladakh im Himalaya war in Deutschland, als die Pandemie nach Europa kam

Der Lama Samten war uns zu später Stunde aus Indien zugeschaltet. Rechte Seite: Jean-Philippe Baum, Organisator der EPOBITs und NES-Mitarbeiter.

„Durch die Zeit mit Covid19 ist die Vergänglichkeit von Leben und Gesundheit noch einmal in unser Bewusstsein gerückt. Ich habe in Deutschland die gute Versorgung gesehen. In Indien ist das eine andere Geschichte. Die Pandemie hat unser stabiles Leben in den Bergen erschüttert. Eigentlich sollten wir vorbereitet sein auf solche Krankheiten. Bei uns haben 240 Menschen das Leben verloren wegen Covid19. Außerdem leben sehr viele Menschen vom Tourismus und es gab zweieinhalb Jahre quasi keinen Tourismus, das ist schwer gewesen für unsere kleine Gegend. 30 Menschen haben sich selbst umgebracht
wegen Stress und Problemen. Das größte Problem war der fehlende Sauerstoff in Indiens Krankenhäusern. In Ladakh wurden jetzt drei Stellen gebaut, wo täglich genügend Sauerstoff gewonnen werden kann.
Seit einer Woche sind die Zahlen wieder so hoch, dass es erneut Maskenpflicht gibt. Ein anderer Aspekt ist, dass während der Pandemie keine gemeinsamen Rituale und
Gebete organisiert werden konnten. Viele Menschen hat dies im Herzen verletzt, immer noch nach zwei Jahren. Diese Zeremonien dauern 7 bis 10 Tage und sind sehr wichtig für die Menschen. Wenn wir wirklich mit Umwelt, Natur und den Ressourcen besser umgehen, heißt das auch bessere Gesundheit und weniger Probleme in Zukunft.

Laura Vásquez aus Marcala, Honduras

Danke der Städtepartnerschaft mit der LHS Saarbrücken war Laura Vásquez und andere Delegierte aus Lateinamerika zu Besuch in Saarbrücken.

„2021 waren 29% der Bevölkerung vin La Paz mit Covid19 infiziert. Ich bin Produzentin von Bio Kaffee. Wir haben für infizierte Menschen eine Hotel als Quarantäne-Ort eingerichtet, wo wir die Menschen so gut es ging versorgt haben. Wir haben bei Fairtrade International nach Hilfe gefragt und sie haben uns Masken und andere Hygieneartikel geschickt, die wir brauchten. Spendengelder haben wir an die Bevölkerung weitergegeben, so viel wir konnten. Wegen fehlender Smartphones und Computer war ein Home Schooling vielerorts schwierig, viele waren ausgeschlossen. Wir haben aber noch eine andere Krankheit, eine Influenza, die die Atemwege betrifft, die auch ein schlimmes Problem ist. Hier in Honduras haben wir nicht die Mentalität, Gesundheitsprobleme präventiv anzugehen. Seitdem ich denken kann, ist es bei Gesundheitsproblemen wie mit dem Feuer: Wir versuchen es zu löschen, aber nicht zu verhindern, dass es ausbricht. Der Lichtblick ist für mich, dass wir uns immerhin Mühe geben, das System zu verbessern.“

Auswirkungen des Ukraine Krieg auf Menschen in Senegal

Herr Diouf ist Gymnasiallehrer für Deutsch als Fremdsprache in Senegal. Für uns hat er über die Auswirkungen des Ukraine Krieges in Senegal gesprochen. Hier gibt es weitaus drastischere Preissteigerungen als in Deutschland.

Die Preise für Lebensmittel oder Materialien für den Hausbau haben sich zum Teil verdoppelt. Die Ernten waren schlecht, da es nicht viel geregnet hat in der Regenzeit und die Kosten für die Ernte sind teurer geworden. Als der Präsident letztes Mal in Russland war hat er einen Vertrag mit Putin geschlossen, dass Getreide aus der Ukraine exportiert werden kann (mehr zum Thema bei der Süddeutschen).

Herr Diouf beteiligt sich unter anderem auch am bundesweiten Projekt „Chat der Welten“, bei dem Schulklassen oder Gruppen aus Deutschland sich mit Menschen aus dem Globalen Süden unterhalten können, um einen spannenden Perspektivwechsel zu erleben.