Burkina Faso: zwischen Klimawandel und kulturellem Wandel

Nach pandemiebedingtem Stillstand der Öffentlichkeitsarbeit zu den aktuellen Entwicklungen in Burkina Faso, boten das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland (NES) und die Initiative Endlich Afrika am 5. Februar Gelegenheit, eine Online-Veranstaltung zu diesen Themen mit Beteiligten aus Deutschland, Burkina Faso, der Schweiz und Luxemburg, durchzuführen.

Die Lage der Bevölkerung von Burkina Faso hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert. Als Folge des Terrors kam es zu Flüchtlingsbewegungen innerhalb Westafrikas, wobei Burkina Faso aufgrund seiner geografischen Lage eine Hauptlast schultern muss. Eine Hungersnot für 5 Mio. Einwohner wird befürchtet und jetzt hat die Pandemie in ihrer zweiten Welle Burkina Faso stärker als befürchtet in Mitleidenschaft gezogen. Die Aufmerksamkeit deutscher Medien für Westafrika ist spärlich. Die Auswirkungen der weltweiten Klimakatastrophe sind in der Sahelzone Burkina Fasos bereits seit Jahrzehnten immer deutlicher spürbar. Die Online Konferenz sollte somit Betroffenen und Aktivist*innen Gelegenheit zu Information, Sensibilisierung und Vernetzung bieten.

Die teilnehmenden Referenten, beantworteten Fragen zum Zusammenhang von Terror und Klimawandel, zur Kulturszene, zur politischen Situation des Landes, sowie zum Bildungssystem und zur Pandemie. Seit Jahren stehen sie durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Initiative „Endlich Afrika“ im Austausch.

Dr. Abdoul Salame Kaboré, dem wir diese Konferenz aus Anlass seines 70. Geburtstags gewidmet haben, blickt auf ein Leben ausgefüllt mit sozialem und politischem Engagement zurück. Als Gesundheitsminister unter dem panafrikanisch-sozialistischen Präsidenten Thomas Sankara (Regierungszeit von 1983-87), genießt er heute noch großes Ansehen in Burkina Faso. So war es nur folgerichtig, dass er nach dem friedlichen Umsturz 2014 für die sankaristische Partei zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Sourgou gewählt wurde.

Dr. Abdoul Kaboré (ehem. Gesundheitsminister)

Dr. Kaboré berichtete im Eröffnungsvortrag der Onlinekonferenz über die Ausbreitung von Covid 19 und die damit einhergehenden Maßnahmen und Folgen. So wurden einerseits zu Beginn der Pandemie keine hohen Inzidenzen gemeldet und an COVID 19 erkrankte Menschen verkraften die Erkrankung meist ganz gut – was nicht zuletzt auch damit zusammen hängen kann, dass das Durchschnittsalter in Burkina keine 50 Jahre beträgt. Ferner scheint die extrem trockene Hitze, wie auch die doch sehr verbreitete Einnahme von Chloroquin als Malariaprophylaxe auch einen Beitrag gegen einen erschwerten Verlauf der COVID-19-Infektionen zu leisten. Ein harter Lockdown hat jedoch sehr gravierende Folgen auf die ärmeren Teile der Bevölkerung, die dadurch harte Einkommenseinbußen zu verzeichnen hat und deren Kinder durch Schulschließungen die mit dem Schulbesuch einhergehende Verpflegung schlichtweg fehlt. Es wird teilweise Onlineunterricht oder Fernunterricht über das Fernsehen angeboten, kann jedoch von einer großen Zahl an Schüler*innen aufgrund mangelnder Infrastruktur nicht wahrgenommen werden. In der Behandlung von COVID-19-Erkrankten wird auch mit verschiedenen pflanzlichen Präparaten aus der alternativen traditionellen Medizin geforscht und es gibt kleinere Erfolge und positive Krankheitsverläufe, die durch traditionelle Behandlungen begleitet wurden.

Generell zeigt sich, dass das Land einerseits durch innovative Kräfte viele Möglichkeiten hat, der Pandemie zu begegnen – so wurden beispielsweise zahlreiche selbstgebaute Handwaschstationen geschaffen und viele Videos zur Sensibilisierung aufgenommen und verbreitet. Andererseits ist es noch immer nicht einfach in kurzer Zeit einen Coronatest zu machen und es kann noch nicht gesagt werden, wann Impfstoffe ins Land kommen werden. Seit Anfang dieses Jahres sind die Schulen wieder geöffnet und unter den allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln zugänglich.

Der nachfolgende Vortrag von Gerhardt Haag, dem Leiter des africologneFESTIVALs in Köln, gab einen umfangreichen Überblick über die stark ausgeprägte und sehr innovative Kulturszene in Burkina Faso. Zahlreiche Künstler*innen im Bereich Theater, Tanz, Bildender Kunst und Musik widmen sich aktuellen global-politischen Themen (wie das aktuelle Theaterstück von Sinzo Aanza: „Plädoyer, den Kongo zu verkaufen“) oder das Tanztheater „Wakatt“ von Serge Aimée Coulibaly (Deutsche Uraufführung war am 17.09.2020 in Düsseldorf). Bildende Kunstschaffende beziehen bewusst die breite Bevölkerung in das künstlerische Schaffen mit ein (wie das 2020 im November stattgefundene Festival Récréatrales zum Thema: „So kleiden wir uns“) ganz in dem Sinne Joseph Beuys: „Jeder Mensch ist ein Künstler“.

Gerhardt Haag, Leiter des africologneFESTIVALs in Köln

Der Vortrag von Hamado Dipama, Mitglied des AK Panafrikanismus München, über die politische Situation in Burkina Faso insbesondere über den zunehmenden Terror, bezog sich noch einmal auf die Tatsache, dass es innerhalb des Landes Millionen von Binnengeflüchtete gibt, die aus den Regionen im Norden wie auch im Nordosten fliehen, um den dort sehr häufig auftretenden Terroranschlägen zu entgehen, zumal die zunehmende Unsicherheit dieser Regionen zum teilweisen Erliegen der Infrastruktur führt (wie z.B. Schulschließungen, geschlossene Wahllokale etc.). Sehr eindrucksvoll war das mit Mitteln der europäischen Union aufgestellte Straßenschild im Norden des Landes, welches darauf hin weist, dass die illegale Beförderung von Geflüchteten verboten ist und einer sehr hohen Geldstrafe obliegt. Die Europäischen Grenzen scheinen sich beträchtlich nach Süden über die Sahara hinweg verschoben zu haben.

Der vierte Vortrag von Dr. Fidèle Yaméogo, Universitätsprofessor für Germanistik in Ouagadougou, über das Bildungssystem, stellte sehr eindrücklich dar, welchen Herausforderungen schulische Bildung in Burkina Faso, auch ohne Corona-Pandemie, gegenüber steht. Die Anzahl der Schüler*innen pro Klasse und Lehrkraft ist – insbesondere in den ländlichen Regionen – sehr hoch (80 – 140 Schüler*innen) und die Ausstattung der Schulen auch nicht immer angemessen. Dadurch ist es noch immer nicht möglich alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen zu beschulen. Die Zahl der Abiturient*innen wie auch der Studierenden steigt in den letzten Jahren sehr, so dass es an den Universitäten nun einen größeren Bedarf an Dozent*innen gibt. Es wird versucht über Fernkurse und digitales Lernen sinnvolle Ergänzungen zu Präsenzvorlesungen anzubieten.

Im nächsten Schritt sollen in einer zweiten Online Konferenz, die am 10. März 2021 von 10-12 Uhr stattfinden wird, unter den Teilnehmenden Aktive gefunden und vernetzt werden, die sich gemeinsam für unterstützende Maßnahmen für das Land engagieren möchten. Bundesweit gibt es zahlreiche Initiativen, die dazu bereit sind und denen die Vernetzung durch die Corona-Pandemie erschwert wurde. Anmeldung und mehr Infos unter bildung@nes-web.de.

Eine der Organisatorinnen: Melanie Malter-Gnanou (NES e.V.)

Kommentar Melanie Malter-Gnanou: „Wir hoffen, dass wir es auf diesem Wege schaffen werden Menschen zusammenzubringen und das Interesse für Burkina Faso aufrecht zu erhalten bzw. zu wecken. Die Länder des Globalen Nordens tragen mit Verantwortung an den Ursachen von Flucht – sei es durch Extremwetterlagen wie Dürren, die zu massiven Ernteausfällen führen oder durch zunehmend instabiler werdende politische Situationen, die als Nebenwirkung einer globalisierten Wirtschaft vermehrt auftreten – sie sollten somit auch mit dazu beitragen die negativen Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung abzumildern, Ihnen Chancen auf Teilhabe und eine Stärkung der in Burkina Faso schon sehr gut ausgeprägten Resilienz zu gewährleisten. Hierzu gehört es auch die eigenen traditionellen Systeme von Berufsausbildung, medizinischem Wissen und kooperativem Handeln zu stärken und in eine sinnvolle und passende Kombination mit den Errungenschaften des Globalen Nordens zu setzen – eine ganz besondere Herausforderung die bereits Thomas Sankara in den 80 er Jahren des letzten Jahrhunderts thematisierte. Doch glücklicherweise gilt dessen Devise noch immer „Les idées ne meurent jamais – Die Ideen sterben nie!“ „

Impf-Nationalismus bekämpfen: Niemand ist sicher, wenn nicht alle sicher sind

SÜDWIND, Institut für Ökonomie und Ökumene, veröffentlichte auf deren Blog am 21. Februar 2021 einen Artikel zur Verteilung der COVID19-Impfstoffe von Dr. Pedro Morazán. Morazán erläutert den Begriff „Impfstoff-Nationalismus“ und geht ihm auch ethisch auf die Spur.

„Impfstoffe sind die beste Chance, diese Pandemie unter Kontrolle zu bringen – es sei denn, die Politiker*innen erliegen dem Impfstoff-Nationalismus.“
– Dr. Pedro Morazán –

lesen Sie den vollständigen Artikel hier auf dem SÜDWIND-Blog.

Burkina Faso: zwischen Klimawandel und kulturellem Wandel

Online-Veranstaltung mit Dr. Abdoul Salame Kaboré, Bürgermeister in Burkina Faso und weiteren Diskussionspartnern bot Eindrücke direkt aus Burkina Faso

Gemeinsam mit der Initiative Endlich Afrika in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, gefördert durch das Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V., organisierte das NES e.V. die Online-Veranstaltung „Burkina Faso: zwischen Klimawandel und kulturellem Wandel“ am Freitag, den 5. Februar, von 10 bis 12 Uhr.
Augenzeugen informierten über die derzeitige Situation in Burkina Faso, die gekennzeichnet ist durch akute Hungersnot, Terrorangriffe und COVID 19. Gleichzeitig hat Burkina Faso nach wie vor eine lebendige und vorwärtsweisende kulturelle Szene. Von dieser konnten sich schon mehrere SaarländerInnen, dank jahrzehntelanger Kooperation mit Menschen aus Burkina Faso, selbst überzeugen. Die Konferenz sollte dazu beitragen, Antworten zu suchen, wie die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden können.
Es waren unterschiedliche Referenten eingeladen, um Fragen zu Zusammenhängen von Terror und Klimwandel, zur Kulturszene und mehr zu beantworten:

  • Dr. Abdoul Salame Kaboré in seiner Funktion als Apotheker in Ouagadougou über die Ausbreitung von Covid 19;
  • Gerhardt Haag, Leiter des africologneFESTIVALs in Köln über die Kulturszene des Landes und seine aktuellen Eindrücke vom Festival Récréâtrales, von dem Initiativen zu politischen Veränderungen ausgehen;
  • Hamado Dipama, AK Panafrikanismus München: über die politische Situation nach den Wahlen angesichts von zunehmendem Terror und Binnenflüchtlingen
  • und Dr. Fidèle Yaméogo, Professor der Universtität in Ouagadougou, über das Bildungssystem und die Situation der burkinischen Studierenden angesichts der angespannten Lage.

    Musikalische Beiträge kamen von Seiten der Musiker von Le Balai Citoyen, die die friedliche Revolution von 2014 mit ihrer Bewegung auf den Weg gebracht haben.
    Es wurde eine Übersetzung vom Französischen ins Deutsche und umgekehrt angeboten.


Infos zu Burkina Faso:

Die Veranstaltung war Herrn Kaboré zum 70. Geburtstag gewidmet.
(c) Doris Müller

Der Präsident und Visionär Thomas Sankara regierte Burkina Faso vor über 30 Jahren und wollte das Land auf einen nachhaltigen und friedlichen Weg führen. Aus den damals entstandenen panafrikanisch-sozialistisch orientierten Parteikomitees traten in den 2000er Jahren die „Sankaristen“ als progressive politische Partei hervor. Der ehemalige Gesundheitsminister Dr. Abdoul Salame Kaboré gehört dieser Partei an und versucht die Werte von Thomas Sankara wieder aufleben zu lassen. Am 6. Februar wird Herr Kaboré 70 Jahre alt – ihm war die Veranstaltung gewidmet.

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Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Peter-Imandt-Gesellschaft – Rosa-Luxemburg-Stiftung und wird gefördert vom Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V., vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes und von Engagement Global mit Mitteln des BMZ.

Klagen für Klimagerechtigkeit! Unternehmen, Staaten und die EU müssen Verantwortung übernehmen

Vor 5 Jahren fand die Klimakonferenz in Paris statt, deren Abkommen bis heute als bahnbrechend und zukunftsweisend gilt. Da Maßnahmen, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, jedoch in fast keinem der Länder, ausreichend umgesetzt wurden, gibt es bereits dramatische Folgen. Existenzen werden vernichtet, um unser Wirtschaftssystem zu erhalten wie es ist. Ist das gerecht? Darum und um die Einforderung von Gerechtigkeit ging es in der Veranstaltung „Klimaklagen und die Geschichten dahinter“ im Rahmen der Reihe 5 Impulse zu 5 Jahre Pariser Klimakonferenz. Für Alle, die nicht dabei sein konnten: Hier eine kurze Zusammenfassung unseres Moderators Max Dörr (NES e.V.) und ein 7-minütiges, informatives Video von der Organisation „People’s Climate Case“:

„In einer kurzen Einleitung zum Thema Klimagerechtigkeit konnten die Teilnehmer*innen durch das Weltverteilungsspiel verbildlichen wie ungleich Wohlstand und CO2-Emissionen weltweit verteilt sind. Doch was wird im globalen Norden dafür getan, um Klimagerechtigkeit weltweit einzufordern? Markus Raschke, Campaigner bei der NGO Protect the Planet, hat uns persönliche Portraits von Menschen in Europa vorgestellt dessen Lebensgrundlagen schon jetzt enorm von der Klimakrise beeinträchtigt werden. Die aus der Klimakrise entstehenden Existenzängste regen immer mehr Menschen weltweit dazu an, als sogenannte Klimakläger*innen, die Einhaltung des Pariser Abkommens von Unternehmen, Staaten oder der EU, einzufordern. Vom Imker aus Portugal zu Lavendelbauern in Südfrankreich, schon jetzt sind viele Familien – in und außerhalb von Europa – akut von der Klimakrise betroffen. Doch können diese Klagen erfolgreich sein? Lucy Maxwell, Menschenrechtsanwältin und leitende Juristische Mitarbeiterin beim Climate Litigation Network, hob in ihrem Vortrag hervor, dass Klimaklagen sich schon in mehreren Staaten vor Gerichten behaupten konnten und erklärte den Ablauf solcher gerichtlichen Verfahren. Nach der erfolgreichen holländischen Urgenda-Klage, verpflichte sich die Regierung, mehr in Klimaschutz zu investieren, setzte sich ambitioniertere Klimaziele und führte konkrete Gesetze ein, um solche in verschiedenen Sektoren einzuhalten wie z.B. ein 100km/h Tempolimit.

Dieser Erfolg inspirierte viele andere Klagen gegen nationale Regierungen, so dass nun auch in Frankreich und Irland Klagen auf einem guten Weg sind durchzukommen. Außerdem erreichten Klimagkläger*innen in den Ländern Kolumbien, Nepal und Pakistan, dass Klimawandel nun vor Gericht als Menschenrechtsthematik gewertet wird.“


Bericht des Bruders einer im Saarland lebenden Togoer*in

Schon von Beginn an wurde der Akzent in Togo auf Prävention gelegt. Mit Hilfe der Ärzt*innen in Togo und unter deren Anweisungen, nutzen die Togoer*innen konventionelle Schutzmittel gegen das Covid -19 ebenso wie traditionelle Kräuter zum Beispiel “ Aloma“ oder Wurzeln wie “ Myimon“ – bittere Mittel die gewöhnlich gegen Malaria verwendet werden. Es werden auch Masken aus  afrikanischen Stoffen genäht und überall verkauft. Eine Maske kostet 200 Fcfa, das sind etwas weniger als 50 Cent. Das Virus verbreitet sich eher langsam, da strenge Maßnahmen getroffen  werden: die Schulen, Kindergärten und Universitäten werden geschlossen, die Arbeitszeiten sind von 9 Uhr morgens bis 16 Uhr [Anm. der Redaktion: Normalerweise wären die Arbeitszeiten von 7 – 12 Uhr und dann nach einer Mittagspause wieder von 15 – 18 Uhr] Es gibt auch ein „couvre feu“, das bedeutet eine nächtliche Ausgangssperre, bei der von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens niemand mehr aus dem Haus gehen darf.

Viele Firmen arbeiten deswegen im Homeoffice. Die Studierenden bekommen ihre Vorlesungen online, während viele Schüler*innen  über den Fernseher oder das Radio unterrichtet werden.


Ein Beispiel: „Meinem großen Bruder „Kokouvi“ wurde vor 5 Monaten Lungenkrebs diagnostiziert. Während seiner Behandlung im Krankenhaus hat er sich mit Covid-19 infiziert. Er wurde sofort in Quarantäne gebracht ( ein spezielles Klinikum wurde speziell für diese Fälle eingerichtet). Da er eine Kontaktperson für seine Familie ist, war ein medizinisches Team in seinem Haus und hat alle getestet. Obwohl sie negativ getestet waren, geht jeden Tag ein Krankenpfleger vorbei und misst ihnen die Temperatur. Und das wird 2 Wochen lang gemacht werden. Seit einer Woche befindet er sich in diesem Corona-Zentrum. Die Patient*innen werden gut behandelt, bekommen 3 Mahlzeiten pro Tag und Medikamente. Einmal in der Woche werden Sie getestet. Heute geht es meinem Bruder ziemlich gut, Gott sei Dank.“

Link zur aktuellen Corona-Statistik der togoischen Regierung: https://covid19.gouv.tg/situation-au-togo/

Bericht erhalten durch Melanie Malter-Gnanou, Fachpromotorin für Globales Lernen und Internationale Partnerschaften

Bericht eines Schulleiters des privaten College St. Henri in Ouagadougou

„Nous avons tenu une réunion le jeudi 7 mai dans notre collège privé saint Henri. La rencontre  a connu la participation de 3 membres de l’administration, des professeurs principaux de classe, 3 membres du bureau de l’association des parents d’élèves. Il s’agit de discuter sur les conditions dans lesquelles nous allons reprendre les cours. Notre collège a pu effectuer 2 trimestres de cours et nous avons commencé le 3ème trimestre avec une semaine de cours et 3 devoirs en moyenne par classe. La classe de 3ème a également pu composé son examen blanc du BEPC. Nous avons souhaité reprendre les cours si seulement les conditions sont favorables c’est à dire : si le gouvernement donne l’autorisation, si nous obtenons les masques pour les élèves et les profs et l’administration, si nous obtenons les kits de lave-mains le savon et le gel hydro alcoolique. Nous avons l’avantage que les effectifs d’élèves par classe ne dépasse pas 40 et pour cela nous prévoyons répartir les activités de cours en 2 vagues. Nous accueillons en premier la classe de 3ème et de 4ème et après la classe de 5ème et 6ème. Ainsi pendant que nous préparons la 3ème à l’examen du BEPC, nous achevons les programmes pour les classes de 4e, 5e et 6e. À l’issue des cours pour ces derniers (un travail sur 1 mois) nous administrons une composition afin de pouvoir calculer une moyenne annuelle en prenant en compte  les 1er et 2e trimestres et la composition.

Tout ce programme tenait dans la mesure où les cours en classe reprenais le 11 mai comme l’avait annoncé le gouvernement. Cependant la reprise a été renvoyé au 1er juin.

Néanmoins pour permettre aux élèves de ne pas rester sans activités, le gouvernement a initié des leçons par la radio et la télé dès le 9 mai selon un planning qui concerne principalement les élèves en classe d’examens (CEPE, BEPC, BAC).Nous attendons donc les nouvelles instructions du gouvernement afin de nous adapter. L’ennui c’est que les avis sont partagés : le gouvernement qui s’organise pour reprendre les cours, les parents qui sont inquiets pour la santé de leurs enfants, les syndicats qui revendiquent. Il nous faut apprendre à vivre avec le covid19. Mais comment ? En faisant beaucoup de sensibilisation sur la maladie, en respectant les mesures barrières et en ayant les équipements nécessaires pour l’hygiène.“

Foto: Außerordentliche Schulversammlung in Zeiten von Corona in Ouagadougou

Corona-Krise und Schule in Senegal

Nachdem das Coronavirus in vielen Ländern der Welt aufgetaucht war, kannte Senegal seinen ersten Corona-Fall am 02. März 2020.  Seitdem gab es immer mehr Infizierte. Deshalb hatte Macky Sall, der senegalesische Präsident, die Entscheidung getroffen, alle Schulen und Universitäten zu schließen.

Die Schüler, die Studenten und alle Lehrer sollten zu Hause bleiben. Die Regierung dachte trotzdem an Online-Unterricht (über soziale Netzwerke wie z.B. Whatsapp, Facebook usw.) Das Fernsehen nahm auch an diesem Projekt teil. Das Projekt heißt „Télé-école“. Die Idee war, die Schüler sollen nichts verlernen. Leider gibt es ein Problem damit, denn viele Lernende und Studenten haben keinen (guten) Internetzugang.

Am 23. März 2020 hielt der Präsident eine zweite Rede. In seiner Rede hatte er gewisse Entscheidungen getroffen unter denen die Ausgangssperre im ganzen Land, die Schulen und Universitäten bleiben geschlossen usw. An diesem Tag gab es schon 479 Infektionsfälle und 6 Verstorbene.

In seiner dritten Rede am 11. Mai sprach er von Erleichterung der Maßnahmen. Das heißt, man kann jetzt von 5 Uhr bis 21 Uhr das Haus verlassen. Die Leute können auch, wenn sie wollen, in den Kirchen und Moscheen beten. Er empfahl sogar, die Schulen am 2. Juni wieder zu öffnen. Diese Wiederöffnung betrifft nur die Schüler, die eine Prüfung am Ende des Jahres machen müssen. Die anderen Lernenden sollen immer noch von zu Hause weiter lernen.

Ich finde auf jeden Fall die Wiederöffnung der Schulen sinnlos, denn bis heute gibt es 2812 Infektionsfälle und 32 Gestorbene.

Ich frage mich: Wie kann der Präsident die Schulen auf diesem Hintergrund wieder öffnen? Warum hatte er am 16. März sofort die Schulen geschlossen, obwohl es nur 27 Infektionsfälle gab?

Ich habe deshalb vier Schüler gefragt, was sie von der Wiedereröffnung der Schulen halten? Hier sind Antworten:


Djibril Sène, Abiturient: „Das Erziehungssystem ist in Gefahr. Nach zwei Monaten ohne Schule ist es nicht mehr möglich, die Prüfungen im August zu machen.“


Arame Thioune, Abiturientin: „ Es ist schwer an diesem Tag wieder in die Schule zu gehen. Die Infektionsfälle steigen immer mehr. Wir sollten immer noch zu Hause bleiben.“


Mame Diarra Dieng, Schülerin in der Premièreklasse: „ Die Krankheit ist immer noch da. Ich würde die Behörden darum bitten, die Wiederöffnung der Schulen zu verschieben.“


Fatou Kiné Guéye, Abiturientin: „ Ich finde, dass die Wiederöffnung sehr normal ist, denn wir müssen eine Prüfung machen. Man weiss nicht, wann die Krankheit verschwinden wird. Und wir haben schon viel Zeit verloren.“


Obwohl der Erziehungsminister gewisse Maßnahmen für eine erfolgreiche Wiederöffnung getroffen hat, haben die meisten Leute Angst davor.