Unmeel, Schüler (12 Jahre, 7. Klasse) in Mysore, Indien

Übersetzung des Videotextes:

„Mein Name ist Unmeel. Ich lebe in Heggaddadevana Kote (Indien). Ich bin in der 7. Klasse an der Mahabodhi Schule in Mysore. Mein Vater heißt Umesh. Mit seiner Arbeit setzt er sich für eine Beendigung von Schuldknechtschaft und Kinderarbeit ein. Meine Mutter heißt Sumithra. Sie ist Hausfrau. Ich habe noch einen kleinen Bruder, sein Name ist Sunoj. Er ist bis vor kurzem in die Kinderkrippe gegangen.

Es ist gut, dass ich [durch den Corona-Lockdown] nun seit 55 Tagen (wieder) mit meiner Familie leben kann. Seit einem Jahr gehe ich nämlich in einem Internat zur Schule. In dieser Zeit habe ich meine Eltern sehr vermisst. Allerdings haben wir momentan – während des Lockdown – nicht genügend zu essen. Mein Vater verdient kein Geld in dieser Zeit. Nun habe ich verstanden, welchen Wert Essen hat.

In H. D. Kote haben alle Angst vor Covid-19. Viele Familien wurden auseinandergerissen. Doch vor allem: Dalits, Indigene, Latrinenreiniger*innen, Straßenkehrer, Tagelöhner*innen und andere Arbeiter*innen im informellen Sektor hungern und haben kein Geld für das Notwendigste. Gleichzeitig gibt es momentan keine Umweltverschmutzung und viele Leben wurden gerettet, da es keine Autounfälle gibt [Erläuterung: Der Autoverkehr wurde fast vollkommen eingeschränkt.]. Das finde ich gut. Viele Frauen sind froh, da aktuell auch der Alkoholverkauf verboten ist. 

Ich kann in dieser Zeit viel lernen. Ich habe mir einen Stundenplan gemacht, wann ich spiele, lese, tanze, bete, meditiere, fernsehe* usw. Und mein Vater hat mir einen Roman gegeben. Wenn mir langweilig wird, lese ich darin. Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich mit meiner Familie sein kann.

Ich wünsche den Menschen, die an Covid-19 oder dem Corona Virus erkrankt sind, dass sie geheilt werden. Und die Beziehungen zwischen den Ländern sollten wachsen. Ebenso sollte es zwischen den Menschen mehr Liebe, Freundlichkeit, Teilen und Füreinandersorgen geben. Zuletzt wünsche ich mir, dass das Kastendenken, Aberglaube, Ungerechtigkeit und Ungleichheit verschwinden und dass Menschlichkeit das ist, was bleibt.

Danke an jede*n und alle.“

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(Freie Übersetzung, in Absprache mit Unmeel; *einige Aktivitäten wurden nachträglich schriftlich durch Unmeel ergänzt ;-))

Ein Foto von Unmeel’s Vater gemacht: Es zeigt Unmeel’s Bruder Sunoj (mit seinem Vater Umesh), 4 Jahre, beim Hausunterricht.

Der Stundenplan von Unmeel

Beitrag dankenswert erhalten über Tamara Enhuber, Fachpromotorin für global verantwortliches Wirtschaften, mehr Wert! e. V.

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